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Paypal: Die zweite Ebay-Gebühr

Friday, den 11. April 2008

Um auch mal zu testen, wie der Bezahldienst der Ebay-Tochter “Paypal” funktioniert, habe ich mir kürzlich mal die wahnsinnige Summe von EUR 2,70 aus Australien schicken lassen. Dabei handelte es sich um eine Ebay-Auktion, die einen Erlös von 1 Euro einbrachte und 1,70 Euro Versandgebühren gehörten dazu. Abzüglich der Paypal-Gebühren wurde ein Betrag von EUR 2,24 gutgeschrieben. Da ich in diesem Fall nur das tatsächliche Porto berechnet habe, blieb für mich nach Abzug der Ebay- (8 Cent) und Paypal-Gebühren (46 Cent) ein Erlös von 46 Cent übrig. Berechnet man es nur auf der Basis der 100 Cent, die meine kleine Auktion einbrachte, gingen also 54 % an den Ebay-Konzern.
Was ich mit meinem tatsächlichen Gewinn nun machen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht kaufe ich mir einen Duplo-Riegel oder ich lege die Kohle lieber – ganz zeitgemäß – für meine Altersvorsorge zurück.

Natürlich habe ich vorher gewusst, dass das für mich ein mieses Geschäft sein wird. Jedoch konnte ich dem Australier Stress ersparen und es sollte ja auch nur ein Experiment sein. So what, was sind denn schon 54 Cent Verlust?
Kein großes Problem, wenn – ja, wenn sich nicht schleichend unangenehme Zeiten für Ebayer ankündigen würden. Die Paypal-Pflicht kommt wohl und ist sowohl in Großbritannien und Australien als auch bei einigen Kategorien von Ebay Deutschland offenbar schon Pflicht. Das ist vor allem für Verkäufer ein Problem, denn neben den erst kürzlich teilweise erhöhten Ebay-Gebühren müssen sie jetzt auch mögliche Paypal-Gebühren berücksichtigen. Denn die trägt der Empfänger von Zahlungen. Ob es möglich ist, Käufer, die auf Paypal bestehen, daran zu beteiligen, ist fraglich. Im Zweifel werden wohl gewerbliche Händler die Versandkosten entsprechend anheben, so dass letztlich Käufer und private Verkäufer die großen Leidtragenden sein werden. Profitieren dürfte ausschließlich der Ebay-Konzern. Langfristig jedoch gräbt sich Ebay das eigene Grab.

Übrigens, bei meiner bescheidenen Auktion habe ich mich definitiv nicht an die Regeln für die perfekte Ebay-Auktion gehalten. Das Produkt war wirklich nicht viel wertvoller als 1 Euro. ;)